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15.05.97. RadioWeb geht ans Netz...

"Radio ist das wichtigste Begleitmedium für Internet-Nutzer", sagte RMS-Geschäftsführer Lutz Kuckuck in einem HORIZONT-Interview zum Radio Day. Und als solches wird es auch beim Online-Surfen oder bei der täglichen Arbeit am Computer häufig benutzt. Es ist wahrscheinlich auch kein Zufall, daß es in den USA bereits über 60 "Radiosender" gibt, die ausschließlich im Internet senden. "Radiosender", die eigentlich keine Radiostationen sind. Die virtuelle Welt hat uns auch hier sehr real eingeholt. Weder die US Genehmigungsbehörde FCC, noch die deutschen Aufsichtsbehörden (zumindest nicht die bayerische) betrachten diese akkustische Online-Dienstleistung im Word Wide Web im herkömmlichen Sinne als (genehmigungspflichtiges) Radio. Es ist vielmehr ein neues Medium in der dritten Dimension. Zum Glück noch ohne gesetzlichen Zwangsjacken.

Radio ist ein Kommunikationsmittel. Ein Träger und Vermittler von Informationen, Dienstleistungen und Unterhaltung. Radio ist allgegenwärtig und kann bei (fast) jeder Tätigkeit im Hintergrund gehört werden. Die Bindung zu den Hörern ist meist sehr persönlich, sogar familiär. Radio dringt tief in die Privatsphäre des Menschen hinein. Deshalb hat Radio eine große Verantwortung, aber auch eine sonderbare Wertstellung. Radio muß auch über die neuesten Wege der Kommunikation erreichbar und konsumierbar bleiben. Das Internet erweitert die Möglichkeiten des Radios um eine weitere Dimension, es wird auch zum visuellen Medium. Interaktiv war es schon früher.

Der Direktor des MIT Medialabs, Nicolas Negroponte, prophezeite in seinem Buch* being digital, daß unsere Zukunft statt aus Atomen aus Bits bestehen wird. Auch die Art der Kommunikation wird sich revolutionär ändern. Dieses Buch empfehle ich jedem, der sich ein wenig mit der Zukunft der Kommunikation beschäftigen will.

Das Internet kann mit der Erfindung des Buchdrucks verglichen werden. Damals wurde der Zugang zur Information für die Massen durch dieses Vervielfältigungsmittel eröffnet, Privilegien wurden abgebaut und das Allgemeinwissen schneller und leichter verbreitet. Guttenberg sei Dank.

Durch das Internet fließt jede Information mit Lichtgeschwindigkeit von einem Ort zum anderen. Aus jeder Quelle zu jedermann, zu jeder Zeit. Dieser rasanten Entwicklung können und dürfen sich gerade die Medien der allgemeinen Kommunikation nicht entziehen. Vielmehr müssen sie dieser Entwicklung nicht nur folgen, sondern unterstützen und mitgestalten. Auch das Radio muß die Menschen in das neue Kommunikationszeitalter begleiten.

Trotzdem, Radio ist und bleibt auch in der Zukunft ein Hintergrundmedium. Auch über das Internet. Das müssen wir klar sehen. Aber Radio kann durch die gewonnene neue Dimension sein Horizont wesentlich erweitern. Es wird zum visuellen Medium, siehe Zusatzdienste bei DAB, kann mehr Information und auch mehr Unterhaltung bieten. Vielmehr; Radio muß es auch tun. Sonst geht es in der Flut von anderen (multi)medialen Angeboten unter.

In einem früheren HORIZONT-Interview sagte Lutz Kuckuck "Natürlich dient der Internet-Auftritt auch einer strategisch-positiven Imageprofilierung - jedoch steht selbstverständlich die Nutzbarmachung dieses neuen Mediums als Informations- und Service-Tool im Vordergrund." Wie Recht hat er. Informieren und dienen muß auch der Dienstleister, der die Dienstleister an andere Dienstleister verkaufen will. Er muß es bloß schneller als die Anderen tun. Deshalb war er mit seinem Angebot der erste Hörfunkvermarkter im Netz. Ich gratuliere ihm nachträglich. Pioniere muß man loben.

Ein Exkurs zur Geschichte: Lutz Kuckuck erinnert sich vielleich nicht mehr daran, daß wir einst gemeinsam in einem BDW-Mediaplanungsseminar in Bad Honeff zusammen erlebten, wie unsere Gegenüber - die Mediaeinkäufer - ihr Handwerk lernen. Man muß eben sein Fach auch von der anderen Seite beurteilen können.

Und noch eine wichtige Sache. Ich muß mich bei denen bedanken, die meinen Weg in die Branche eröffnet, geebnet und mit freudlichem Wohlwollen begleitet haben. Ich danke Ingolf Glabbatz für meinen ersten (Radio Brenner) und dritten Job (Radio Xanadu), Albert Hengstenberg für meinen zweiten (Radio Gong 2000) und Helmut Marktwort für meinen vierten (Antenne Bayern) Job in dieser Branche. Ohne Sie und ihr beispielhaftes Engagement für dieses Medium hätte ich das Radio vielleicht nie so tief in mein eigenes Herz geschlossen. Auch Sie waren Pioniere.

Die digitale Zukunft steht bereits sehr real und nicht virtuell vor unserer Tür. Lassen wir sie sofort rein und lernen wir sie kennen. Ihr aus dem Weg gehen, können wir sowieso nicht mehr.

Würden Sie sich wundern, wenn unser nächstes Projekt ein "Radio" im Internet wird... ?

Eine gute Leitung und einen guten Empfang wünscht Ihnen

Akos Vida


P.S. Ein Versprechen: die nächste Notiz wird kürzer.


* Zu bestellen ist es beim Telebuch Verlag, Regensburg

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